somebodyELSE
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Ein Projekt nach Fräulein Else von Arthur Schnitzler
Wer ist Else?
Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else ist die Geschichte einer jungen Frau, die im Urlaub von dem finanziellen Ruin ihres Vaters erfährt. Aus dem inneren Monolog Schnitzlers haben die Regisseurin Anne Lenk und die Dramaturgin Geeske Otten eine Fassung erarbeitet, die von den drei Schauspielern Ute Fiedler, Eva-Maria Keller und Anton Koelbl im Hoffmann-Keller gespielt wird.
Fräulein Else, Tochter eines scheinbar gut betuchten Wiener Advokaten, fährt mit ihrer Tante in die italienischen Alpen. Ein Expressbrief ihrer Mutter trübt jedoch das Ferienidyll: Der Vater hat sich mit 30.000 Gulden verschuldet und muss diese binnen zweier Tage zurückbezahlen. Ebenfalls am Urlaubsort befindet sich Herr von Dorsday, ein Bekannter der Familie und reicher Kunsthändler. Elses Mutter drängt in dem Brief ihre Tochter dazu, den alten Herrn um finanzielle Unterstützung zu bitten. Von Dorsday ist dazu bereit; nur verlangt er als Preis dafür, Else nackt zu sehen ? für dieses Mal reiche ihm das. Else gerät in einen großen Konflikt. Der wird noch stärker, als ein Telegramm ihrer Eltern eintrifft. Die Summe der väterlichen Schulden beträgt inzwischen 50.000 Gulden ? Was tun?
Anne Lenk hat besonders interessiert, wie Schnitzler die verschiedenen inneren Stimmen Elses sprechen lässt. Denn außer der Handlung werden auch Elses Kommentare dazu wiedergegeben. Und auch, wie sie ihre spontanen Gefühle und Gedanken selbst zensiert. In ihrer Inszenierung setzt Anne Lenk den Schnitzlerschen Monolog mit drei Schauspielern um. Diese sind älter als die 19jährige Else. Dadurch kann und muss sie mit der theatralen Erzählform spielen: Die Schauspieler sind mal verschiedene Figuren der Handlung, mal aber gibt einer die Stimme von Elses Gewissen, ein anderer ihre unmittelbaren Gedanken wieder. Sie führen in fliegendem Rollenwechsel durch das Stück und spiegeln Elses Stimmungsschwankungen wieder.
Spannend ist für die Regisseurin dabei auch, die Grenzen auszuloten zwischen der Figur auf der Bühne und dem Schauspieler als Menschen. Sie sucht die Übergänge zwischen ?gespielt? und ?echt?. Im Umgang mit alltäglichen und teils kuriosen Gegenständen entwickeln die Schauspieler das Spiel mit Elses Geschichte. Dabei kommt es immer wieder zu überraschenden und komischen Momenten, wenn auch die Schauspieler sich von dem Handeln ihrer Figur distanzieren und im nächsten Moment wieder in sie hineinschlüpfen ? genau, wie Schnitzlers Else tut.
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