Francis Poulenc


17.01.1889 - 30.01.1963
Beschreibung Premieren

Beschreibung

Francis Jean Marcel Poulenc [fʀɑ̃ˈsis ʒɑ̃ maʀˈsɛl puˈlɛ̃k] (* 7. Januar 1899 in Paris; † 30. Januar 1963 ebenda) war ein französischer Pianist und Komponist.

Leben und Werk

Poulenc wurde in Paris geboren. Seine Mutter brachte ihm das Klavierspielen bei, Musik war fester Bestandteil des Familienlebens. 1918, noch wÀhrend er den MilitÀrdienst absolvierte, komponierte er drei Miniaturen. Ab 1921 erhielt er eine musikalische Ausbildung von Charles Koechlin.
Von Igor Stravinsky und Maurice Chevalier ebenso beeinflusst wie vom französischen Vaudeville, stieß Poulenc nach dem Krieg zu einer Gruppe junger Komponisten um Erik Satie und Jean Cocteau, genannt Les Six, deren Mitglieder den Impressionismus zugunsten einer grĂ¶ĂŸeren Einfachheit und Klarheit ablehnten.
Einiges vom Stil der Six fand Eingang in Poulencs eigener musikalischer Arbeit. Er ĂŒbernahm Techniken der Dadaisten und ließ sich von populĂ€ren Melodien beeinflussen. Eine charmante VulgaritĂ€t erschien ihm wichtiger als das vorgeblich tiefe GefĂŒhl der Romantik. Er war selbst ein herausragender Pianist - die Klaviermusik dominiert Poulencs frĂŒhe Werke. Seine Freundschaft mit einigen Dichtern des Montparnasse, darunter Guillaume Apollinaire und Paul Éluard, fĂŒhrte zur Komposition zahlreicher Lieder zu deren Texten. Auch fĂŒr den Bariton Pierre Bernac, den er 1926 kennenlernte und 25 Jahre lang (1934-59) als Pianist begleitete, schrieb er viele Lieder.
1936 wandte er sich nach dem Unfalltod seines Freundes, des Komponisten und Kritikers Pierre Octave Ferroud, und dem Besuch der schwarzen Madonna von Rocamadour dem katholischen Glauben zu. In seinen Kompositionen schlug sich das in einer Reihe geistlicher Werke nieder, die oft als seine wichtigsten Arbeiten gesehen werden, auch wenn er selbst seinen Schwerpunkt in der Komposition von Opern sah.
Im Sommer 1943 komponierte Poulenc die Kantate fĂŒr Doppelchor a cappella "Figure humaine" (= Menschliches Antlitz). Auch darin vertonte er Gedichte seines Lieblingsdichters Paul Éluard. WĂ€hrend der Zeit der deutschen Besetzung Frankreichs erhielt Poulenc immer wieder anonym Texte aus dem französischen Widerstand, darunter auch solche, die er als Gedichte von Eluard identifizierte. In diesen Gedichten wurde mehr oder weniger versteckt zum Widerstand aufgerufen. In dem berĂŒhmten Gedicht "Ode Ă  la libertĂ©", das den Schluss der Komposition bildet, geschieht dies sehr offen. Poulenc musste diese Texte heimlich vertonen. Er ließ sie durch den Verleger Paul Rouart heimlich drucken, damit sie am Tage der ersehnten Befreiung sogleich aufgefĂŒhrt werden konnten. Poulenc verstand sein Werk als einen Akt des Glaubens und der Zuversicht, und dies war fĂŒr ihn auch der Grund fĂŒr die BeschrĂ€nkung auf die menschliche Stimme, den Verzicht auf Instrumente. Die Komposition wurde noch vor Ende des Krieges nach England geschmuggelt, wo sie im Januar 1945 uraufgefĂŒhrt wurde - in einer englischen Übersetzung. Die französische UrauffĂŒhrung fand erst im Jahr 1947 statt, also nicht, wie von Poulenc erhofft, am Tage der Befreiung.
FĂŒr seine erste Oper, 1947 an der Komischen Oper von Paris uraufgefĂŒhrt, verwendete Poulenc wiederum Texte von Apollinaire als Inspiration und arbeitete auf der Grundlage von dessen Les mamelles de TirĂ©sias.
Die Oper "Dialogues des CarmĂ©lites" von 1957, im Auftrag von Ricordi fĂŒr die MailĂ€nder Scala komponiert, ist Poulencs wohl bekannteste. Die Handlung basiert auf dem Schicksal der 16 Karmelitinnen von CompiĂšgne, die wĂ€hrend der Französischen Revolution auf der Guillotine hingerichtet wurden und auf dem Roman "Die Letzte am Schafott" von Gertrud von le Fort. Poulencs letzte Oper war eine Tragödie in einem Akt, genannt "La Voix Humaine" ("Die menschliche Stimme") und wurde am 6. Februar 1959 an der Komischen Oper in Paris uraufgefĂŒhrt.
Francis Poulenc starb am 30. Januar 1963 in Paris an Herzversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof PĂšre Lachaise in Paris.
Außer diesen Opern schrieb Poulenc mehrere Konzerte fĂŒr Orgel, Cembalo und Klavier, Messen sowie zahlreiche kammermusikalische Werke. Dabei bediente er sich immer wieder bei Mozart, Saint-SaĂ«ns und sich selbst.
Seit 1995 werden seine Werke mit dem Francis Poulenc Werkverzeichnis (FP) gesammelt.
Die Beziehung zwischen Poulenc und Bernac ging weit ĂŒber das gemeinsame Konzertieren hinaus. Manche Autoren betrachten heute Poulenc als einen der ersten Komponisten, der öffentlich zu seinen homosexuellen Neigungen stand. So ist bekannt, dass er eine erste feste Beziehung mit dem Maler Richard Chanlaire hatte: "You have changed my life, you are the sunshine of my thirty years, a reason for living and working." An anderer Stelle bekannte er: "You know that I am as sincere in my faith, without any messianic screamings, as I am in my Parisian sexuality." Ihm widmete er 1928 sein "Concerto champĂȘtre". Zwar hatte Poulenc auch mehrere Beziehungen mit Frauen und bekam sogar eine Tochter (Marie-Ange), gab jedoch nie die Vaterschaft öffentlich zu. Auch sein GestĂ€ndnis, seine sehr gute Freundin Raymonde Linossier nicht begehrenswert gefunden zu haben, obwohl er beabsichtigte sie zu heiraten (ihr Tod 1930 verhinderte dies), stellt sein wahres Interesse an Frauen mehr in Frage.

Quelle: www.wikipedia.org

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