kaspar häuser meer

Premiere

Datum:
05.09.2010 
Institution:

Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar (DNT)
Location:
foyer III
Ort:
Weimar
 (Thüringen)
, Deutschland

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Beschreibung Kritik schreiben Produktionsteam Mitwirkende

Beschreibung

Die drei Sozialarbeiterinnen auf dem Jugendamt Anika, Barbara und Silvia kämpfen gegen die Bürokratie, die Jahresstatistik, die Etat-Kürzungen, die Aktenberge und Notizzettelhaufen, vor allem aber gegen eines: die Zeit. Und seit ihr Kollege Björn wegen Björn-out-Syndroms den Dienst nicht mehr antreten kann, laufen sie umso mehr Gefahr, selbst von eben diesem erfasst zu werden. Denn: „Die Stelle bleibt in Anführungsstrichen vorübergehend unbesetzt.“ Bei den über das unaufhörlich klingelnde Telefon eingehenden Meldungen ist es schier unmöglich, korrekt einzuschätzen, ob es sich um Beschwerden latent rassistischer Nachbarn handelt oder ob eine ernsthafte Gefährdung vorliegt, die im schlimmsten Fall nicht erkannt wird – so wie bei der achtjährigen Melanie, die seit vier Jahren vom eigenen Vater sexuell missbraucht wird: Dem entsprechenden frühzeitigen Hinweis war Silvia damals nicht nachgegangen. Gewissensbisse und ständige innere Alarmbereitschaft sind programmiert, und so verschwimmen die Grenzen zwischen Dienst und Privatleben zusehends. Nicht nur, weil jetzt auch am Wochenende gearbeitet wird, weil „für den Notfall“ die persönliche Handynummer rausgegeben wird, und weil man die Schreckensbilder aus dem Dia-Vortrag der Gerichtsforensik nicht mehr los wird. Sondern auch, weil sich plötzlich der Spieß umzukehren scheint, als Anika selbst von der KiTa-Betreuerin ihrer eigenen Tochter gemeldet wird: Sie würde die kleine Felicitas zunehmend vernachlässigen … Das Stück von Felicia Zeller, 2008 mit dem Publikumspreis der „Mülheimer Theatertage Stücke“ ausgezeichnet, illustriert in einem temporeichen Showdown eindrucksvoll die kaum auszulotende Grenzlinie „zwischen Basis und Gesetz“ in Kindererziehung und Jugendarbeit, das Schwanken zwischen selbstaufopferndem Idealismus und ernüchterter Pragmatik. Regie führen wird Maik Priebe, der in der vergangenen Spielzeit am DNT mit seiner Inszenierung Gerettet für Gesprächsstoff sorgte. Maik Priebe studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, wo er seit 2006 auch einen Lehrauftrag in der Abteilung Schauspiel innehat. Er inszenierte u.a. am Staatstheater Kassel, an den Städtischen Bühnen Münster, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Schauspiel Essen.

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Produktionsteam

Mitwirkende

Webseite

Event-URL: www.nationaltheater-weimar.de/frontend/i ...  (08.07.2010)
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