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Dramatisches Gedicht in fünf Akten
1550. Spanien. Katholisches Machtzentrum Europas. Don Carlos, der Sohn König Philipps II., liebt heimlich seine Stiefmutter Elisabeth, die ursprünglich ihm versprochen war, nun aber seinem Vater treu vermählt ist. Der Jugendfreund des Prinzen, Marquis von Posa, versucht, Carlos aus seiner Trostlosigkeit zu reißen, indem er auf den Terror aufmerksam macht, mit dem die spanischen Truppen gegen die niederländischen Provinzen vorgehen. Marquis von Posas Plan, seines Freundes Leben wieder einen Sinn zu verleihen und sich dabei den Unterdrückten in den Niederlanden anzunehmen, nimmt seinen Lauf. Nach einer Audienz glaubt König Philipp, in Marquis von Posa einen neuen Vertrauten gefunden zu haben. Posas Traum von Freiheit scheint in greifbare Nähe gerückt. Doch er scheitert. Der königliche Beichtvater Domingo und Herzog von Alba, ein brutaler Feldherr, sorgen sich um ihre Machtposition und intrigieren beim König gegen den Thronfolger. Die Prinzessin Eboli schließt sich ebenfalls dem Komplott an, da Carlos ihre Liebe schmäht. Den Intriganten gelingt es, Philipp in seiner Furcht zu bestärken, dass zwischen Elisabeth und Carlos ein Verhältnis bestünde. Er unternimmt daraufhin alles, was die Aufrechterhaltung der öffentlichen und göttlichen Ordnung von ihm verlangt, und opfert seinen Sohn, um dieser Ordnung zu dienen: „Ich habe das Meinige getan, tun Sie das Ihre!“
Schiller vermischt in einem Potpourri der Dramen ein Intrigenspiel mit einem Familienporträt, einen ästhetischen Freiheitsappell mit der lakonischen Darstellung der Logik der Macht. Don Carlos sollte sein Hamlet werden, aber der Geist, der Carlos am Ende zur Aktion ruft, ist immer schon Carlos selbst. Er verkleidet sich nach Schillers Regieanweisung nur im Kostüm des toten Großvaters.
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