die wahlverwandschaften

Premiere

Datum:
05.03.2011 
Institution:

Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar (DNT)
Location:
Großes Haus
Ort:
Weimar
 (Thüringen)
, Deutschland

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Beschreibung

Wir sind wunderliche Menschen.

Eduard und Charlotte haben alles, um glücklich zu sein. Mit ihrer Ehe haben sie sich ihren lang ersehnten Jugendtraum erfüllt. Sie leben zurückgezogen in einem prachtvollen Haus und genießen ein sorgloses Leben. Ihre unbeschwerte Zeit widmen sie der kunstvollen Umgestaltung ihres Parks zu einem kleinen Paradies auf Erden. Die Idylle wäre perfekt, wenn nicht der befreundete Hauptmann und Charlottes Nichte Ottilie ihren Besuch angekündigt hätten. Das wohlgeordnete Leben wird einer schweren Zerreißprobe unterzogen. Eduard verliebt sich unsterblich in Ottilie, der Hauptmann im Gegenzug in Charlotte. Das Aufwallen der Gefühle gipfelt in einem Liebesverrat. Denn in einer leidenschaftlichen Liebesnacht der Eheleute denkt Eduard nur an Ottilie, während Charlottes Liebkosungen in Gedanken dem Hauptmann gelten. Die Frucht dieser Nacht wird zum Sündenmal des Betrugs, denn nur allzu deutlich trägt das in jenem Moment gezeugte Kind die Züge von Ottilie und dem Hauptmann. Das selbst geschaffene Paradies verfällt, Ehebruch und Mord ziehen im Garten Eden ein. In seinem 1809 erschienenen Roman überprüft Goethe in einem Laborversuch, ob sich Liebe und menschliche Leidenschaften durch Vernunft in eine Ordnung zwängen lassen. Anhand des Gleichnisses von den chemischen Wahlverwandtschaften, das die Paare wie die Teile in der Chemie auseinanderbringt und in neuer Konstellation wieder zusammenfügt, bricht Goethe die Denkstrukturen bürgerlicher Lebensformen auf und hinterfragt die Standfestigkeit des planerischen Ordnungsdenkens gegenüber menschlichen Begierden. Am Ende steht die tragische Einsicht von der Unkalkulierbarkeit der Welt.
Claudia Meyer ist seit 2000 festes Ensemblemitglied am DNT und arbeitete dort u.a. mit Hartmut Wickert, Grazyna Dylag, Felix Ensslin, Stephan Märki, Julia von Sell/Karsten Wiegand und Michael Simon. Mit Die Zahl der Liebe ist Drei (2004) und der Uraufführung von Helmut Kraussers Diptychon (2005) gab Claudia Meyer am DNT ihr Regiedebüt. Als weitere Inszenierungen folgten hier 2007 Goethes Torquato Tasso und Racines Tragödie Bérénice. Nach Hamlet – no roof access und der Uraufführung von Jörg-Michael Koerbls Stück Gefährliche Menschen in der Spielzeit 2008/09 folgten 2009/10 Brecht/Weills Dreigroschenoper und Wittgensteins Neffe nach der gleichnamigen Prosa von Thomas Bernhard.

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