Der Soldat Woyzeck muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nicht nur einen bornierten Hauptmann rasieren, sondern sich auch für zweifelhafte medizinische Experimente eines zynischen Doktors hergeben. Das so verdiente Geld reicht kaum für ihn, seine Geliebte Marie und ihr gemeinsames Kind. Als Woyzeck entdeckt, dass Marie sich mit dem potenten Tambourmajor eingelassen hat, befehlen ihm innere Stimmen alles, was ihm wichtig ist, zu zerstören ...„Buden. Lichter. Volk.“ Mit dieser Regieanweisung beginnt das „art musical“ „Woyzeck“, das der Regisseur Robert Wilson und der Songwriter Tom Waits – nach ihren großen Erfolgen mit „The Black Rider“ und „Alice“ – im Jahr 2000 in Kopenhagen uraufführten. Es ist eine Bearbeitung des gleichnamigen Dramenfragments von Georg Büchner von 1837, das zu den einflussreichsten und meistgespielten Dramen der deutschen Literatur gehört. Waits schrieb mit seiner Frau, der Texterin Kathleen Brennan, 16 Songs, die kongenial die Gefühle von Büchners Figuren in mitreißende und berührende Musik umsetzen. Sie klingt wie ein Menetekel auf unsere Zeit, in der „alles zur Hölle geht“, niemand mehr dem anderen vertrauen kann und in der das von „Killern, Dieben und Huren“ besetzte Schiff namens Erde sinkt, denn – so ein Songtitel: „God’s Away On Business“.„Woyzeck handelt von Wahnsinn und von Obsessionen, von Kindern und von Mord – alles Dinge, die uns berühren. Das Stück ist wild und geil und spannend und Phantasie anregend. Es bringt einen dazu, Angst um die Figuren zu bekommen und über das eigene Leben nachzudenken. Ich schätze mal, mehr kann man von einem Stück nicht verlangen.“ (Tom Waits)
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