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In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung
Die Ermordung des schwedischen Königs Gustav III. 1792 durch seine politischen Widersacher auf einem Maskenball in Stockholm fand zuerst in einer Vertonung durch Daniel-François-Esprit Auber den Weg auf die Opernbühne. Das Libretto dazu schrieb Eugène Scribe 1833. 25 Jahre später bat Verdi den venezianischen Dramatiker Antonio Somma, ihm den Text für ein Werk, das das Teatro San Carlo in Neapel bei ihm in Auftrag gegeben hatte, zu bearbeiten. Das Zustandekommen der Uraufführung scheiterte jedoch an der neapolitanischen Zensurbehörde, die ihm schon im Falle «Luisa Miller» Probleme bereitet hatte. Diesmal war Verdi nicht mehr bereit, weit reichende Eingriffe zuzulassen und vergab die Uraufführung stattdessen ans Teatro Apollo in Rom, wo die Oper 1859 zum Triumph wurde. Auch im Kirchenstaat wollte die Zensurbehörde auf offener Bühne keinen Mord an einem europäischen Monarchen dargestellt sehen; so wurde die Handlung ins puritanische Boston des 17. Jahrhunderts verlegt. Der Kern der Oper aber blieb unangetastet: die tragische Liebesgeschichte zwischen Riccardo – aus dem Schwedenkönig Gustavo war ein neuenglischer Gouverneur geworden – und Amelia, der Gattin seines besten Freundes, die damit endet, dass der Regent in dem Augenblick, da er der verbotenen Leidenschaft abschwört, von Amelias eifersüchtigem Gatten Anckarstroem (bzw. Renato) getötet wird. Nicht nur die Umstände des Mordes auf dem titelgebenden Maskenball, auch Figuren wie die Wahrsagerin Ulrica oder der Page Oscar machen die Oper zu einem schillernden Stück, in dem mitreissende Leidenschaftlichkeit mit ironischer Gebrochenheit abwechselt und sich Komik und Tragik durchdringen. Mit Nello Santi am Pult verspricht diese Premiere ein musikalisches Verdi-Fest zu werden, dessen szenische Gestalt die stets eigenwillige Handschrift von David Pountney tragen wird. In den Hauptpartien sind Fiorenza Cedolins, Yvonne Naef, Piotr Beczala und Leo Nucci zu hören.
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