Frank Albrecht
Kammerbühne
Carolin Hochleichter
Philharmonisches Orchester Freiburg
Ullo von Peinen
Inga Schonlau
The Fairy Queen
Dominica Volkert
Kaspar Häuser Meer
Johanna Eiworth
Der Kaufmann von Venedig
Viola Hasselberg
pvc - physical virus collective - tanz Freiburg Heidelberg
Henrietta und die Feuerfee
Birgit Holzwarth
Martin Weigel
Element 3 - Verein zur Förderung der Jugendkultur
Theaterlabor - Junges Theater Freiburg
Werkraum
Hochstapler und Falschspieler
Theater Freiburg
Orpheus in der Unterwelt
Otello
Richard-Wagner-Verband Freiburg
Bayerische Theaterakademie August Everding
Großes Haus
Theater Aachen
Carmen Now!
Malersaal
Maxim Gorki Theater Berlin
Mozarts Herrscherdramen IV: Lucio Silla
Stiftung zur Förderung der Jugend - Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
TheaterFreunde.de
Die Grünen Eine Erfolgsgeschichte
Kleines Haus
Theater Freiburg
BühnePremieren
Selbstbeschreibung
Die Spielzeit 2010/11 am Theater Freiburg ist eine Jubiläumsspielzeit: Vor 100 Jahren, am 8. Oktober 1910, wurde das Haus in Freiburg eingeweiht. Es hat die Stadt seit damals durch extrem unterschiedliche Zeiten hindurch begleitet, durch Kaiserreich, Diktatur und Demokratie, durch zwei Weltkriege und die längste Friedensperiode der deutschen Geschichte. Es hat die gesellschaftlichen Transformationen nach 1968 ebenso durchlebt wie die Wiedervereinigung des Landes in einem geeinten Europa, die Jahre bürgerkriegsähnlicher Zerrissenheit und die Phase der Neuorientierung hin zu einer ökologischen Vorzeigestadt. Es ist nicht leicht, sich in die Lage der Stadt Freiburg um 1910 zu versetzen, einer kleinen, aber schnell wachsenden Stadt von damals erst 75 000 Einwohnern, die unter der Leitung ihres Oberbürgermeisters Otto Winterer wichtige Weichenstellungen auf dem Weg hin zu einer modernen Großstadt unternahm. Für ihn gab es keinen Zweifel, dass ein lebendiges kulturelles Leben für die Zukunft der Universitätsstadt Freiburg einen zentralen Stellenwert haben würde, und dass dazu auch ein Stadttheater mit einer weit über Freiburg hinausreichenden künstlerischen Ausstrahlung gehören musste. Es kostete große Anstrengungen, mit den bescheidenen Mitteln einer alles andere als wohlhabenden Stadt ein solches Haus zu errichten. Das Freiburger Stadttheater war und ist eines der größten in Deutschland und in seiner ganzen Anlage nur zu verstehen als Entwurf, der auch den Anforderungen kommender Generationen unter immer neuen, veränderten Bedingungen gerecht werden wollte: eine mutige Investition in die Zukunft der Stadtgesellschaft.
Wenn wir in der kommenden Spielzeit das 100-jährige Jubiläum feiern, dann wollen wir auf diese weitsichtige Haltung Bezug nehmen und die Besucher einladen, mit uns zusammen erneut den Blick nach vorne zu richten, um, ausgehend von der Auseinandersetzung mit der eigenen Gegenwart, über die Zukunft der Stadt und über die Rolle des Theaters in dieser Stadt nachzudenken.
Zum 100sten Geburtstag beginnen wir unsere Erkundungen zum Stadttheater der Zukunft mit dem Kunstprojekt »Heart of the City«, das in den kommenden vier Jahren die Wechselbeziehung von Theater und Stadt zum Thema machen wird. Kann und soll das Theater dem Anspruch genügen, das »Herz« einer Stadt zu sein? Ein pulsierendes und vitalisierendes Zentrum, das den Austausch verschiedener »Ströme« organisiert und in immer neuen Anläufen das Alte und das Neue in ein kreatives Mischungsverhältnis bringt? Wir fragen, wie das Stadttheater auf die sich abzeichnenden sozialen, demographischen und politischen Veränderungen reagieren kann. Wie soll es seinen Auftrag als »das« Theater der Stadt in einer sich rasant verändernden Medien-Welt neu definieren? Welchen Anteil haben kulturelle Bildung, Identitätsstiftung, Kritik, Kontakt mit dem kulturellen Erbe und Selbstreflexion einer demokratischen Bürgergesellschaft an einem Stadttheater der Zukunft? Und wie kann es sein Stammpublikum für die künstlerisch innovative Beschäftigung mit den Folgen dieser Veränderungen interessieren und zugleich neue Zuschauer und Teilnehmer gewinnen? Gelingt es uns, gegen den zunehmenden Trend der Entpolitisierung der Gesellschaft das Theater als einen Ort des Politischen zu behaupten? Dafür muss das Theater eine neue Standortbestimmung vornehmen und dabei auch über den eigenen Tellerrand blicken. So hat uns etwa der Philosoph Peter Sloterdijk darauf hingewiesen, dass es seit dem Ende der Großideologien sehr viel schwieriger geworden ist festzustellen, »was sozialer Zusammenhang, was Aufklärung, was Lernen, was eine gute Gesellschaft ist.« Der Soziologe und Kulturtheoretiker Dirk Baecker diskutiert das Theater als Labor einer Gesellschaft, die sich in einem Phasenübergang von der modernen zu einer »nächsten Gesellschaft« befindet, deren leitende Begriffe voraussichtlich nicht mehr Aufklärung, Vernunft und Fortschritt sein werden. Er empfiehlt den Theatern, »sich sehr viel radikaler als je zuvor auf lokale Bedingungen einzulassen und die Differenz des Lokalen im Globalen von beiden Seiten her deutlich zu machen«. Auch der Philosoph und Soziologe Wolfgang Engler fordert uns auf, darüber nachzudenken, welche Erzähl- und Darstellungstechniken vor der neuen Realität versagen und was an ihre Stelle treten kann. Er rät uns zu »neuen Spiel- und Kooperationsformen«, die auch an einer geduldigen Zusammenführung der Diskurse von Theatern und Sozialwissenschaften arbeiten. Drei Beispiele für Experten, die wir als Partner bei unserer Suche zu Vorträgen und Gesprächen einladen werden.
Wir beginnen unsere Erkundungen zum Stadttheater der Zukunft im Mai 2010 mit einer Ringvorlesung, die wir zusammen mit der Hessischen Theaterakademie, unter der Leitung des Komponisten und Regisseurs Heiner Goebbels und der Fachzeitschrift »Theater der Zeit«, veranstalten. Ende Januar 2011 wird das Theater Freiburg Gastgeber der Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft zu diesem Themenbereich sein. Sie können diese Veranstaltungen über unsere Internet-Seite verfolgen und diskutieren.
Zur Eröffnung der Spielzeit, deren erster Teil schon im September beginnt, gehen wir zunächst einmal aus der Stadt hinaus in das Umland, aus dem inzwischen die Hälfte der Zuschauer dieses Theaters kommen. In St. Georgen im Schwarzwald erarbeiten Schauspieler gemeinsam mit der Bevölkerung dieses Ortes, der den Aufstieg und das Verschwinden der Uhrenindustrie erlebte, ein Stück über das Verschwinden der Arbeit in Zeiten der Globalisierung. Anschließend laden wir Sie ein, in Freiburg den kompletten Zyklus von Wagners »Ring des Nibelungen« zu erleben. Ein Geburtstagsgeschenk, das ohne das großzügige Engagement der TheaterFreunde Freiburg undenkbar wäre. Beginnend mit dem 8. Oktober 2010 folgt dann ein Festwochenende mit einem Stadtprojekt der Tanzsparte pvc in Freiburg-Haslach, mit Premieren in allen Häusern, Vorträgen, Festen und zuletzt mit dem, zusammen mit vielen Freiburger Gruppen veranstalteten, Kunstprojekt »Villa Global«, das am 10. Oktober das Theater für einen Tag in ein Haus der Kulturen der Welt verwandeln wird.
Fünf Zukunfts-Fragen bestimmen seit 2006 unsere Arbeit. Nach wie vor beschäftigt uns die Frage, wie die Familien und die Lebensformen der Zukunft aussehen werden. Auf welche Wertesysteme können wir uns mit unseren Fragen und Handlungen noch beziehen? Wie definieren wir das Eigene und das Fremde, Identität und Heimat in einer Stadtgesellschaft wie Freiburg, in der ein Viertel der Bevölkerung und ungefähr die Hälfte aller Kinder beim Schuleintritt einen Migrations-Hintergrund haben? Wie können wir uns neue Alternativen zum globalisierten Kapitalismus erarbeiten? Wollen wir die revolutionären Ergebnisse der biotechnologischen Forschungen zum Anlass nehmen, unser Menschenbild neu zu definieren und den Schritt vom homo faber zum homo creator machen? Seit Beginn unserer Arbeit haben wir untersucht, inwiefern sich diese drängenden Zukunftsfragen hier vor Ort abbilden, wer sich mit ihnen beschäftigt und Antworten oder Lösungen vorschlagen kann. Bei dieser Suche haben wir Kontakt zu vielen Menschen und Einrichtungen in Freiburg aufgenommen, mit denen wir auch in den kommenden Jahren kontinuierlich zusammenarbeiten wollen.
Neue Suchbewegungen kommen hinzu. Die wichtigste wird die Beschäftigung mit verschiedenen Kulturen, ihren Sprachen und ihren gesellschaftlichen Wirklichkeiten sein. Seit langem spüren wir den Zündstoff kultureller Konflikte, hören forsche Debatten über Toleranz und den drohenden Untergang aufgeklärter Werte und unserer westlichen Zivilisation, ohne dass diese Themen in unseren Repertoiretheatern einen angemessenen Zugang gefunden hätten. Die Folge davon ist unter anderem, dass die Menschen, die, aus anderen Kulturen stammend, inzwischen in Freiburg zu Hause sind, nur zu einem geringen Teil die kulturellen Einrichtungen dieser Stadt nutzen. Unsere Angebote bringen noch zu wenig zum Ausdruck, dass wir sie auch meinen und an der Begegnung mit ihnen interessiert sind. Auch wenn an keinem Ort dieser Stadt so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern an einer Sache zusammenarbeiten, spiegeln weder unsere Ensembles noch unsere Programme bisher die gesellschaftliche Wirklichkeit in angemessener Weise wider. In gleichem Maße geht es also auch für uns selbst um eine dringend notwendige Horizonterweiterung, um die Öffnung hin zu anderen kulturellen Erfahrungen und Perspektiven. Wir werden uns deshalb in mehrfacher Hinsicht auf die Reise machen und das bekannte nationale und literarische Terrain verlassen, um andere Themen, andere kulturelle Sichtweisen, andere Künstler und andere künstlerische Sprachen nach Freiburg zu bringen. Vor einem halben Jahr hat die langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem innovativen Istanbuler Theater garajistanbul begonnen, ein Austausch von künstlerischen und technischen Mitarbeitern beider Theater, die Ende Oktober mit dem »Cabinet« ihr erstes gemeinsames Projekt in Freiburg zur Uraufführung bringen werden. Im Frühjahr 2011 folgt eine Zusammenarbeit mit dem Beit Lessin Theater in Tel Aviv, bei der israelische und deutsche Schauspieler Shakespeares Stück »Der Kaufmann von Venedig« erarbeiten werden. Auf diese Weise versuchen wir, ein Jubiläum zu feiern und dabei bereits erste Schritte in die nächsten 100 Jahre dieses Theaters zu wagen.
Wenn wir in der kommenden Spielzeit das 100-jährige Jubiläum feiern, dann wollen wir auf diese weitsichtige Haltung Bezug nehmen und die Besucher einladen, mit uns zusammen erneut den Blick nach vorne zu richten, um, ausgehend von der Auseinandersetzung mit der eigenen Gegenwart, über die Zukunft der Stadt und über die Rolle des Theaters in dieser Stadt nachzudenken.
Zum 100sten Geburtstag beginnen wir unsere Erkundungen zum Stadttheater der Zukunft mit dem Kunstprojekt »Heart of the City«, das in den kommenden vier Jahren die Wechselbeziehung von Theater und Stadt zum Thema machen wird. Kann und soll das Theater dem Anspruch genügen, das »Herz« einer Stadt zu sein? Ein pulsierendes und vitalisierendes Zentrum, das den Austausch verschiedener »Ströme« organisiert und in immer neuen Anläufen das Alte und das Neue in ein kreatives Mischungsverhältnis bringt? Wir fragen, wie das Stadttheater auf die sich abzeichnenden sozialen, demographischen und politischen Veränderungen reagieren kann. Wie soll es seinen Auftrag als »das« Theater der Stadt in einer sich rasant verändernden Medien-Welt neu definieren? Welchen Anteil haben kulturelle Bildung, Identitätsstiftung, Kritik, Kontakt mit dem kulturellen Erbe und Selbstreflexion einer demokratischen Bürgergesellschaft an einem Stadttheater der Zukunft? Und wie kann es sein Stammpublikum für die künstlerisch innovative Beschäftigung mit den Folgen dieser Veränderungen interessieren und zugleich neue Zuschauer und Teilnehmer gewinnen? Gelingt es uns, gegen den zunehmenden Trend der Entpolitisierung der Gesellschaft das Theater als einen Ort des Politischen zu behaupten? Dafür muss das Theater eine neue Standortbestimmung vornehmen und dabei auch über den eigenen Tellerrand blicken. So hat uns etwa der Philosoph Peter Sloterdijk darauf hingewiesen, dass es seit dem Ende der Großideologien sehr viel schwieriger geworden ist festzustellen, »was sozialer Zusammenhang, was Aufklärung, was Lernen, was eine gute Gesellschaft ist.« Der Soziologe und Kulturtheoretiker Dirk Baecker diskutiert das Theater als Labor einer Gesellschaft, die sich in einem Phasenübergang von der modernen zu einer »nächsten Gesellschaft« befindet, deren leitende Begriffe voraussichtlich nicht mehr Aufklärung, Vernunft und Fortschritt sein werden. Er empfiehlt den Theatern, »sich sehr viel radikaler als je zuvor auf lokale Bedingungen einzulassen und die Differenz des Lokalen im Globalen von beiden Seiten her deutlich zu machen«. Auch der Philosoph und Soziologe Wolfgang Engler fordert uns auf, darüber nachzudenken, welche Erzähl- und Darstellungstechniken vor der neuen Realität versagen und was an ihre Stelle treten kann. Er rät uns zu »neuen Spiel- und Kooperationsformen«, die auch an einer geduldigen Zusammenführung der Diskurse von Theatern und Sozialwissenschaften arbeiten. Drei Beispiele für Experten, die wir als Partner bei unserer Suche zu Vorträgen und Gesprächen einladen werden.
Wir beginnen unsere Erkundungen zum Stadttheater der Zukunft im Mai 2010 mit einer Ringvorlesung, die wir zusammen mit der Hessischen Theaterakademie, unter der Leitung des Komponisten und Regisseurs Heiner Goebbels und der Fachzeitschrift »Theater der Zeit«, veranstalten. Ende Januar 2011 wird das Theater Freiburg Gastgeber der Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft zu diesem Themenbereich sein. Sie können diese Veranstaltungen über unsere Internet-Seite verfolgen und diskutieren.
Zur Eröffnung der Spielzeit, deren erster Teil schon im September beginnt, gehen wir zunächst einmal aus der Stadt hinaus in das Umland, aus dem inzwischen die Hälfte der Zuschauer dieses Theaters kommen. In St. Georgen im Schwarzwald erarbeiten Schauspieler gemeinsam mit der Bevölkerung dieses Ortes, der den Aufstieg und das Verschwinden der Uhrenindustrie erlebte, ein Stück über das Verschwinden der Arbeit in Zeiten der Globalisierung. Anschließend laden wir Sie ein, in Freiburg den kompletten Zyklus von Wagners »Ring des Nibelungen« zu erleben. Ein Geburtstagsgeschenk, das ohne das großzügige Engagement der TheaterFreunde Freiburg undenkbar wäre. Beginnend mit dem 8. Oktober 2010 folgt dann ein Festwochenende mit einem Stadtprojekt der Tanzsparte pvc in Freiburg-Haslach, mit Premieren in allen Häusern, Vorträgen, Festen und zuletzt mit dem, zusammen mit vielen Freiburger Gruppen veranstalteten, Kunstprojekt »Villa Global«, das am 10. Oktober das Theater für einen Tag in ein Haus der Kulturen der Welt verwandeln wird.
Fünf Zukunfts-Fragen bestimmen seit 2006 unsere Arbeit. Nach wie vor beschäftigt uns die Frage, wie die Familien und die Lebensformen der Zukunft aussehen werden. Auf welche Wertesysteme können wir uns mit unseren Fragen und Handlungen noch beziehen? Wie definieren wir das Eigene und das Fremde, Identität und Heimat in einer Stadtgesellschaft wie Freiburg, in der ein Viertel der Bevölkerung und ungefähr die Hälfte aller Kinder beim Schuleintritt einen Migrations-Hintergrund haben? Wie können wir uns neue Alternativen zum globalisierten Kapitalismus erarbeiten? Wollen wir die revolutionären Ergebnisse der biotechnologischen Forschungen zum Anlass nehmen, unser Menschenbild neu zu definieren und den Schritt vom homo faber zum homo creator machen? Seit Beginn unserer Arbeit haben wir untersucht, inwiefern sich diese drängenden Zukunftsfragen hier vor Ort abbilden, wer sich mit ihnen beschäftigt und Antworten oder Lösungen vorschlagen kann. Bei dieser Suche haben wir Kontakt zu vielen Menschen und Einrichtungen in Freiburg aufgenommen, mit denen wir auch in den kommenden Jahren kontinuierlich zusammenarbeiten wollen.
Neue Suchbewegungen kommen hinzu. Die wichtigste wird die Beschäftigung mit verschiedenen Kulturen, ihren Sprachen und ihren gesellschaftlichen Wirklichkeiten sein. Seit langem spüren wir den Zündstoff kultureller Konflikte, hören forsche Debatten über Toleranz und den drohenden Untergang aufgeklärter Werte und unserer westlichen Zivilisation, ohne dass diese Themen in unseren Repertoiretheatern einen angemessenen Zugang gefunden hätten. Die Folge davon ist unter anderem, dass die Menschen, die, aus anderen Kulturen stammend, inzwischen in Freiburg zu Hause sind, nur zu einem geringen Teil die kulturellen Einrichtungen dieser Stadt nutzen. Unsere Angebote bringen noch zu wenig zum Ausdruck, dass wir sie auch meinen und an der Begegnung mit ihnen interessiert sind. Auch wenn an keinem Ort dieser Stadt so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern an einer Sache zusammenarbeiten, spiegeln weder unsere Ensembles noch unsere Programme bisher die gesellschaftliche Wirklichkeit in angemessener Weise wider. In gleichem Maße geht es also auch für uns selbst um eine dringend notwendige Horizonterweiterung, um die Öffnung hin zu anderen kulturellen Erfahrungen und Perspektiven. Wir werden uns deshalb in mehrfacher Hinsicht auf die Reise machen und das bekannte nationale und literarische Terrain verlassen, um andere Themen, andere kulturelle Sichtweisen, andere Künstler und andere künstlerische Sprachen nach Freiburg zu bringen. Vor einem halben Jahr hat die langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem innovativen Istanbuler Theater garajistanbul begonnen, ein Austausch von künstlerischen und technischen Mitarbeitern beider Theater, die Ende Oktober mit dem »Cabinet« ihr erstes gemeinsames Projekt in Freiburg zur Uraufführung bringen werden. Im Frühjahr 2011 folgt eine Zusammenarbeit mit dem Beit Lessin Theater in Tel Aviv, bei der israelische und deutsche Schauspieler Shakespeares Stück »Der Kaufmann von Venedig« erarbeiten werden. Auf diese Weise versuchen wir, ein Jubiläum zu feiern und dabei bereits erste Schritte in die nächsten 100 Jahre dieses Theaters zu wagen.
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