Schauspiel nach dem Roman von Orhan Pamuk
Kars, eine Stadt am nordöstlichen Rand der Türkei, an der Grenze zu Armenien und Georgien. Kerim Alakusoglu, genannt Ka, kehrt im Auftrag einer Istanbuler Zeitung nach zwölf Jahren in Deutschland in seine Heimatstadt zurück, um einer rätselhaften Serie von Selbstmorden junger Frauen auf den Grund zu kommen. Er will reden, mit Vertretern des Staates und der Kirche, mit Verwandten, Kommilitonen und Freunden. Er sucht Erklärungen in den Begegnungen mit Islamisten und Kommunisten, gemässigten wie radikalen, mit Polizisten und Koranschülern. «Es war, als ob alle diesen Ort vergessen hätten und der Schnee schweigend am Ende der Welt fiele.» Bis eine Theatervorstellung zum Putsch führt: Scharfschützen, Verhaftungen, Folter und Mord. Eine Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
«Verbrecher, Mörder und Verräter. Unter jeder Haut kann ein anderer stecken. Das Misstrauen frisst sich durch die geschlossene Schneedecke. Blut fliesst. Bist du nicht mein Bruder, bist du mein Feind. Im Namen Gottes. Der Glaube ein Liebesakt. Durch den Schnee gehen die Schwestern. Liebend und schön. Die Angst kriecht unter die Herzen. Schweigen, unter Schmerzen. Der schwarze Hund bellt und dreht sich im Kreis.» (Christina Friedrich)
Die New York Times kürte «Schnee» zum besten ausländischen Buch des Jahres 2004. Zwei Jahre später erhielt Orhan Pamuk, geboren 1952, als erster türkischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur. Christina Friedrich, Regisseurin und Autorin, bringt eine eigens für das Luzerner Theater erarbeitete Fassung als Schweizer Erstaufführung auf die Bühne des UGs.
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