Schicht C – Eine Stadt und die Energie
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Schauspielprojekt in Zusammenarbeit mit lunatiks produktion
Gefördert durch den Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes
Die Jahreswende 1978/79 wurde begleitet von einem heftigen Wintereinbruch mit großen Schneemassen. In weiten Teilen der DDR türmten sich Schneewände auf, die den Straßen- und Schienenverkehr blockierten und das öffentliche Leben stellenweise lahmlegten. Auch Greifswald war davon betroffen und mit der Stadt das Kernkraftwerk „Bruno Leuschner“ in Lubmin. Dabei traf der Wintereinbruch eine Schicht der Kraftwerksmitarbeitenden besonders hart. Für mehrere Tage machten zugeschneite Straßen und Schienen die Ablösung der Schicht C unmöglich. Doch an eine Abschaltung des Kraftwerks war nicht zu denken, da andere Kraftwerke der DDR bereits vor dem Schnee kapitulieren mussten.
Ausgehend von diesen Ereignissen rekonstruiert das Theaterprojekt „Schicht C“ ein wichtiges Stück Greifswalder Stadtgeschichte. Das Kernkraftwerk war über Jahrzehnte ein grundlegender Bestandteil der Stadt und des Lebens vieler hier ansässiger Menschen. In Gesprächen mit (ehemaligen) Mitarbeitenden und vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern sind Erinnerungen an den Bau des Kraftwerks und seine Entwicklung bis hin zur Schließung und zum Rückbau wachgerufen worden. Ausgehend von diesen Lebensgeschichten wurden die Spuren erforscht, die das Kraftwerk in die Stadt eingeschrieben hat. Daraus enstanden ist ein Theaterstück über Greifswald, das Kraftwerk und die damit verbundenen Menschen, aber auch über die Spuren und Erinnerungen, die derartige gesellschaftliche Umbrüche in jedem Einzelnen und in der Gemeinschaft hinterlassen haben.
Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von lunatiks produktion, einem Theaterkollektiv um den Berliner Regisseur und Autor Tobias Rausch (geb. 1972). Das Team ist auf die Entwicklung von Inszenierungen auf der Grundlage von realen Ereignissen und Biographien spezialisiert. Im Mittelpunkt der Rechercheprojekte stehen die Erforschung und Vermittlung historischer Begebenheiten aus dem Blickwinkel konkreter Lebenserfahrungen der Beteiligten. So sind in den letzten Jahren u. a. Inszenierungen für das Nationaltheater Mannheim („Die Polizey“, 2005), das Staatstheater Stuttgart („sprengpunkte“, 2006), die Sophiensæle Berlin („Westflug“, 2006) und das schauspielfrankfurt/Maxim Gorki Theater Berlin („highQ – Gehirne in Hochgeschwindigkeit“, 2007) entstanden.
Im Vorfeld der Inszenierung fanden Präsentationen ausgewählter Recherche-Ergebnisse in der Veranstaltungsreihe KlubReaktor statt. Die Recherche für die Inszenierung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Das Theater Vorpommern freut sich über die besondere Förderung dieses Schauspielprojektes durch den Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes.
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