Zehn Szenen, zehn Paare, zehnmal das Immergleiche: Eine Frau, ein Mann – beide voller Gier und Erwartung –, streben zueinander, schlafen miteinander und verlassen einander fast fluchtartig. Dann folgt ein neuer Ort, ein neuer Partner, ein neues kurzes „Glück“. Schnitzler zeigt, heiter und grausam zugleich, eine Gesellschaft von Suchenden, die sich selbst nicht kennen, einander nicht sehen und darauf aus sind, sich einen Moment zu verschaffen, der ihnen versichert, dass sie am Leben sind. Trotzdem sich die Paare von Szene zu Szene unterscheiden, mal komisch, mal schrecklich sind, vereint sie alle die Sehnsucht danach, der Sinnlosigkeit und Einsamkeit zu entkommen, die ihr Leben bestimmt. Sie wollen viel ergattern und sind nichts zu geben bereit. Stattdessen lügen sie, schlagen um sich und kommen doch keinen Deut von der Stelle. Im Gegenteil: Ihre Ängste, die sie leiten, münden in Berührungszwänge, grobe Gesten, autistische Begegnungen.
Michael Thalheimers Inszenierung von ‚Liebelei’ war 2002 ein großer Erfolg und unter anderem zum Berliner Theatertreffen eingeladen – nun führt er bei Arthur Schnitzlers bekanntestem Stück zum zehnten Mal Regie am Thalia Theater.
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