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Dramma lirico
Die vorletzte Oper in Verdis Schaffenszeit ist einmal mehr ein Werk der starken Gefühle. Das Geschehen ist geprägt von einer Verwirrung der Leidenschaften, deren Konsequenzen zwangsläufig auf das Unausweichliche zusteuern. Es entstand ein musikalisch virtuoses und dramatisch spannendes Kunstwerk, in das die Figuren mit großer Emotionalität eingebettet sind. Die menschliche Seele spielte bei der Vertonung dieses Stoffes für Verdi eine große Rolle: Er wollte über seine Musik einen differenzierten Einblick in die Psychologie der Charaktere ermöglichen und zugleich die Handlungsstränge unterstützen wie betonen.
Otello hat es als Fremder in der venezianischen Gesellschaft zu einer Machtstellung gebracht und ist mit der Einheimischen Desdemona verheiratet. Beide sind einander in Liebe zugetan. Zu Otellos engerem Gefolge gehört neben anderen auch Jago, der als Fähnrich in seinen Diensten steht. Dieser niedere Status ist der Grund für Jagos Unzufriedenheit und schürt beständig seinen Hass. Er fühlt sich von Otello übergangen und sinnt auf Rache. Geschickt nimmt er die Fäden der Handlung in die Hand und verfolgt seine teuflischen Pläne, indem er jeweils den Finger auf die Schwächen der anderen Figuren legt und diese gnadenlos ausnutzt. Im Zentrum von Jagos Bemühungen steht der Triumph über Otello. Es gelingt ihm mit einer durchtriebenen List, in diesem den Verdacht der Untreue Desdemonas zu säen und seine Eifersucht zur Raserei zu steigern. Daneben manipuliert er die anderen Protagonisten durch gezielte Eingriffe: Sie alle scheinen nur Marionetten in Jagos Spiel. Zu spät wird die Intrige aufgedeckt. Als Jago flieht, hat er Glück, das Leben Desdemonas und Otellos aber ist zerstört.
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