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mit deutscher Übertitelung
Die 1831 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper des früh verstorbenen sizilianischen Komponisten gilt als Gipfelwerk des Belcanto. Anspruchsvolle Koloraturen, weit gespannte Melodiebögen und dramatische Steigerungen sowie die Aura der Titelfigur, die von geradezu mythischer Statur ist, haben «Norma» spätestens seit der legendären Neudeutung durch Maria Callas in den 1950er Jahren zum Kultstück innerhalb des italienischen Repertoires werden lassen. Der von Bellini so berührend in Musik gefasste Grundkonflikt um die gallische Druidenpriesterin hat, nimmt man Felice Romanis Libretto ernst, kosmische Dimensionen: Nicht zufällig richtet Norma ihr berühmtes Gebet «Casta Diva» an die Mondgöttin, der in der Oper als kriegerischer Sonnengott der von den Galliern angebetete Irminsul gegenübergestellt wird. Norma überstrahlt als spirituelle Herrscherin die Autorität ihres Vaters Oroveso, des Oberhauptes der Druiden. Aus dieser Sonderstellung heraus versucht sie, die Kluft zur römischen Welt ihres heimlichen Geliebten, des Prokonsuls Pollione, zu überwinden. Doch der Vater ihrer Kinder, die sie als Priesterin gar nicht haben dürfte, hat sich einer jüngeren Priesterin zugewandt: Adalgisa. So nimmt die Tragödie ihren Lauf. Am Ende wächst Norma über sich selbst hinaus und erschüttert durch ihr Selbstopfer nicht nur den untreuen Geliebten, sondern auch Oroveso und ihr Volk zutiefst. Mit Robert Wilson, dessen bahnbrechende Wagner-Deutungen am Opernhaus Zürich Theatergeschichte geschrieben haben, wendet sich ein Künstler diesem vielschichtigen Werk zu, der jede Psychologisierung auf dem Theater radikal verweigert und mit seiner unverwechselbaren Ästhetik eine überraschende neue Sicht auf Bellinis «Norma» ermöglichen wird. Die Titelrolle übernimmt Elena Mosuc.
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