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Theaterprojekt nach der Novelle und dem Lustspiel von Georg Büchner
»Das war die Flucht in das Paradies« spottet Leonce, kaum dass er mit Lena am Ende des Stückes vermählt ist. Und der erschöpfte Wanderer Lenz wird mit folgenden Sätzen aus seiner Geschichte entlassen: »Er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen, sein Dasein war ihm eine notwendige Last. So lebte er hin …« Büchners melancholisches Lustspiel und seine Novelle »Lenz« verbindet bei aller Verschiedenheit ein gemeinsames Thema: die Flucht aus einer als leer empfundenen Welt und die Suche nach einem mit Sinn erfüllten Leben.
Prinz Leonce ist ein Aussteiger. Um einer Zweckehe zu entgehen, verlässt er den Hof des Vaters. Zusammen mit seinem geistigen Bruder Valerio, einem notorischen Plauderer und Nichtstuer, bricht er nach Italien auf. Während dieser Reise begegnet ihm Prinzessin Lena, die wie er aus einem Leben in Monotonie und Überdruss ins südliche Arkadien losgezogen war. Beide verlieben sich Hals über Kopf. Das absurde Ergebnis: Sie tun genau das Gegenteil von dem, was sie wollten: Heiraten!
»Leonce und Lena« ist eine mit Wortwitz gespickte Märchensatire von verblüffender Modernität. Sie wurde von Georg Büchner 1836 für ein Preisausschreiben zu Papier gebracht. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Autor das psychologisch genaue Porträt des in den Wahnsinn getriebenen Dichterkollegen Jakob Lenz verfasst. Der posthum publizierte Text gilt wegen seiner Klarheit und Dichte als ein Meisterwerk der deutschen Prosa. Sie erwartet ein Theaterabend, in dem sich die Flüchtigkeit der heutigen Zeit mit der rastlosen Jagd der menschlichen Triebe und der unstillbaren Sehnsucht nach Idealen paart. Hemmungslos traurig, hoffnungslos komisch.
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