La porta della legge
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Quasi un monologo circolare
Das Tor zum Gesetz (Gleichsam ein kreisender Monolog)
„Ora no“ / „jetzt nicht“ – mit diesem Satz verwehrt der Türhüter dem Mann vom Lande den Eintritt in das Gesetz, obgleich dessen Tür immer offen steht. Der Mann lässt sich von der bürokratischen und drohenden Überheblichkeit des Wächters einschüchtern und verbringt – wartend auf Erlaubnis – Jahre vor der Tür. Er versucht, den Wächter zu bestechen, er bittet sogar die Flöhe in dessen Pelzkragen um Hilfe. Als er immer schwächer wird und den Türhüter schließlich fragt, warum in all den Jahren niemand außer ihm Einlass begehrt habe, erfährt er sterbend, dass die Tür nur für ihn bestimmt war.
Franz Kafkas Parabel Vor dem Gesetz aus seinem Roman Der Prozeß hat Salvatore Sciarrino zu einem Musiktheater inspiriert, das die Verzagtheit des Mannes und seine fortschreitende Erstarrung kompositorisch verschränkt mit der Personifikation der Bürokratie im Türhüter: Er repräsentiert Gesetz und Verbot als Verhinderung selbstbestimmten Handelns. Die Geschichte wird mit Variationen zweimal durchgespielt, in einem kurzen Finale, das abrupt abbricht, ahnen wir, dass sie sich endlos wiederholen wird.
Verzweifelt über die Aussichtslosigkeit, mit der sein Heimatland unter Berlusconi dem kulturellen Untergang entgegentreibt, hat Salvatore Sciarrino ein formal auswegloses Musiktheater geschrieben, das uns dennoch mit seinen unerhörten und subtilen Klängen das Hören wieder neu lehrt.
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