KAMPF. LANDSCHAFT DANACH

Premiere

Datum:
07.01.2010 
Institution:

Ballhaus Naunynstraße
Location:
Ballhaus Naunynstraße
Ort:
Berlin
 (Berlin)
, Deutschland
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gefördert durch die Interkulturelle Projektförderung Berlin

Kritiken

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Kritik von Mignon Gräsle

Ein wunderbares Stück für zwei Personen, eine Sie und ein Er, in einer dichten Inszenierung, im sinnfälligen bühnenbildnerischen Rahmen auf die Bühne gebracht, und gut gespielt!
Wie fühlt man sich in einer Bürgerkriegssituation? Wie behauptet man sich? Was macht es mit einem? Kann man noch agieren oder nur reagieren? Ist man noch sich selbst? Wird man hin und her geschüttelt, oder kann man sich an den Gefahren vorbei lenken? Das Stück reagiert auf solche Fragen.
Der Autor setzt diese zerrissene, extrem aus jeder Rechtstaalichkeit gefallene Welt in Beziehung zu einem post-präraffaelitischen Gemälde von John William Waterhouse ,"The Lady of Shalott". Eine junge Dame mit langen offenem Haar und sehnsüchtig verdunkelten Augen (halb geschlossenen?) in einem Boot auf einem dunklen, romantischen See. Zu dieser Zeit war es unüblich für Frauen, die Haare offen zu tragen, es wäre ein Zeichen von Aufgelöstheit gewesen. Aber auch, in der Kunst, ein sichtbar machen von Verletzlichkeit und Sehnsucht nach Geborgenheit im Frieden. Diese Bild soll, nach Regieanweisung des Autors, an der Wand hängen.
Das dunkle Wasser des  Sees wird von "ihm" als verschlingendes Element empfunden, umgesetzt bühnenbildnerisch mit einem flachen Wasserbecken, in das er, von einem Liegepodest, hinein fällt. Das Gemälde hängt nicht an der Wand, sondern befindet sich imaginär über den Köpfen der Zuschauer. Eine gute Umsetzung, aber da das Gemälde eine zentrale Rolle spielt, wäre es auch nicht verkehrt gewesen es an die Wand zu projizieren, es wäre der Verständlichkeit wesentlicher Textstellen dienlich. So muß man sich mit "Ahnen" begnügen. Zumindest auf einigen Plätzen - es soll eine Projektion des Bildes gegeben haben - auf das Podest, wo sich die Beiden trafen.
Er spricht mit der Frau im Bild, da man das Bild aber nicht sieht, nimmt man an, er meine sich selbst, was auch zunehmend der Fall ist. Wie er in Zugzwang kam, sich selbst in Zugzwang brachte, in den Krieg zu ziehen - erbärmliche Angst! "Sie" und "Er" treffen sich - Liebe? - unter diesen Umständen?    
"Sie" hat plötzlich, durch einen Volltreffer, alles verloren, ihre Existenz, ihren Mann, und findet eine zweifelhafte Ersatzexistenz. Das Bild bedeutet für sie Hoffnung, Schutz, etwas, was ganz zu ihr gehört, was sie stark macht. Stark für ihr Tun, und für das letztendlich Untergehen. Auch sie spricht mit dem Bild, und über sich selbst: "Seit gut vier Monaten teilen wir uns diesen Raum. Erinnerst du dich an den ersten Tag? Als ich herein kam, warst Du schon da, in dieser Opferhaltung, in dieser Anklägerpose, die du bis jetzt nicht aufgegeben hast, mit diesen entsetzlichen Haaren, die deinen Bauch verstecken ... Genau so, mit dieser Unverschämtheit und Hartnäckigkeit hast du meine Gäste begrüßt. Hier bist du alles. Die Männer, die mich kennen lernten, suchten Schutz in deinem Blick. Von nun an wird ihnen die Erinnerung an dieses Zimmer den Schlaf rauben: Da ist meine Anwesenheit, ja, aber sie werden nur dein Gesicht sehen. Ich bin du. Was wird es mir nützen, meinen Namen laut zu sagen? Heute werden wir uns trennen, und ich kann dir versichern, keine von uns beiden wird in diesem Zimmer für jemand anderen leben."

Produktionsteam

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Mitwirkende

Mitwirkend
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Webseite

Event-URL: www.ballhausnaunynstrasse.de/index.php?i ...  (12.01.2010)
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