Gespräche der Karmelitinnen
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Beschreibung
Dialogues des Carmélites
nach Gertrud von le Forts Novelle ie letzte am Schafott
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Die junge Adelige Blanche de la Force, von ständigen Ängsten gequält, tritt in die Abgeschiedenheit eines Klosters ein, um Ruhe zu finden. Zunächst verbessert sich ihre Lage, doch der qualvolle Tod der kranken Priorin Madame de Croissy trifft sie ebenso schwer, wie der Ausbruch der Französischen Revolution, die die Ordensschwestern dazu zwingt, ihre Schleier und ihre Arbeit als Dienende aufzugeben. In Abwesenheit der neuen Priorin, der sanften Madame Lidoine, beschließen die Karmelitinnen unter der Leitung von Mère Marie den Märtyrertod. Blanche, wieder von Ängsten geplagt, flieht aus dem Kloster. Erst als alle Karmelitinnen festgenommen werden und die Hinrichtung durch die Guillotine erwarten, kehrt Blanche zu ihren Mitschwestern zurück und überwindet im Angesicht des gemeinsamen Todes ihre Ängste.
Tod, Angst und das Leben damit, das sind die zentralen Themen der 1957 uraufgeführten Oper von Francis Poulenc (1899–1963). Themen, die in zahlreichen Gesprächen der Karmelitinnen behandelt werden und die das Leben von Blanche bis zu dem Ende der Ordensschwestern beherrschen. Ein Ende, bei dem die Musik auf präzise Weise das Fallbeil der Guillotine illustriert: Beim gemeinsamen „Salve regina“ ist mitzuverfolgen, wie nach und nach die Stimmen der Schwestern ersterben.
Die Handlung lässt sich vom Drama von Georges Bernanos über Gertrud von Le Forts Novelle Die Letzte am Schafott bis zum 17. Juli 1794 zurückverfolgen, an dem die „seligen sechzehn Karmelitinnen von Compiègne“ in Paris am Schafott starben.
Kritiken
Möchten Sie für diesen Event eine Kritik schreiben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@arture.eu.Kritik von Ernst Scherzer
Wer wagt gewinnt – Eine neuerliche Bestätigung
Einmal abgesehen von den ewigen „Rennern“ des Opernrepertoires scheint kein Werk derzeit auf den Spielplänen so häufig aufzutauchen wie die „Gespräche der Karmelitinnen“ des trotz mancher wunderbarer Kompositionen nicht wirklich bekannten Franzosen Francis Poulenc (1899 – 1963). Allein in Österreich ist die Linzer Produktion Linz die dritte Einstudierung des 1957 in Mailand (!) uraufgeführten Stücks innerhalb der letzten zwei, drei Jahre. Und das Landestheater ist eines der wenigen Häuser (womöglich gar das einzige?), das sich schon einmal daran gewagt hat.
Denn ein Wagnis sind die „Karmelitinnen“ allemal, gibt es doch kaum eine Handlung und erst recht keine beim durchschnittlichen Opernbesucher beliebte Liebesgeschichte mit „schönen“ Arien und Duetten. Das Publikum der besuchten Repertoire-Vorstellung hat anscheinend nichts davon vermisst, vielmehr sich von der Eindringlichkeit dieser besonderen Musik fesseln lassen und am Schluss nach immerhin drei Stunden allen Mitwirkenden kräftigen Beifall gespendet.
Gewiss hat es sich wenigstens von einigen der wirklich ansprechend gelungenen Bilder des Regisseurs Roland Schwab auf der im Wesentlichen kahlen Bühne von David Hohmann fesseln lassen. Überflüssig waren die an deren Rändern auftretenden Figuren einer das zuletzt blutige (wenn auch glücklicherweise nicht ganz so drastisch gezeigte) Geschehen teilnahmslos wahr nehmenden Spaßgesellschaft.
Als Blanche war Cheryl Lichter vor einem Vierteljahrhundert in Linz schon dabei, jetzt hat sie als die neue Priorin Madame Lidoine neuerlich beeindruckt. Ihrer Vorgängerin Madame de Croissy lieh Karen Robertson Stimme und enorme Ausdruckskraft. Larissa Schmidt war die in jeder Hinsicht strenge Mère Marie. Franz Binder (Marquis), Pedro Velázquez Diaz (Le Chevalier) und Matthäus Schmidlechner (Beichtvater) treten daneben höchstens rollengemäß zurück.
Ideal besetzt die beiden charakterlich so gegensätzlichen Novizinnen. Myung Joo Lee als Blanche, Tochter aus gutem Hause, die ihre Angst erst zuletzt, angesichts des Schafotts ablegen kann, dagegen die stets fröhliche, dabei hellsichtige Constance der (wie in einer ganzen Reihe von Partien der laufenden Spielzeit in diesem Theater) bezaubernden Elisabeth Breuer. Trotz eines wohl kaum bemerkten Missgeschicks die starke, alles zusammenhaltende Hand am Dirigentenpult der hier auch schon mehrfach bewährte Dante Anzolini.






