GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
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Kleiner Totentanz
Einen Gewerbeschein hätte sie benötigt, um Geld zu verdienen; Geld hätte sie gebraucht, um den Gewerbeschein zu erhalten. Dass Elisabeth ohne das wichtige Amtspapier versucht hat, ihr Auskommen zu sichern, rächt sich bitter: Eine auferlegte Geldstrafe wegen Handelns ohne Gewerbeschein kann sie nicht bezahlen und muss vierzehn Tage ins Gefängnis; und die Vorstrafe kostet sie ihren neuen Arbeitsplatz.
Immer tiefer zieht es Elisabeth in den Strudel der Bürokratie. Dem Polizisten Alfons, mit dem sie sich verlobt, verschweigt sie den dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit. Als er davon erfährt, setzt er sie aus Sorge um seinen Beamtenstatus vor die Tür.
Am Ende jener Kettenreaktion, an deren Anfang ein harmloser Gewerbeschein stand, steht nicht weniger als die Vernichtung der Existenz. Elisabeth geht ins Wasser, doch auch dies droht zu scheitern: Ein tollkühner Lebensretter, voller Vorfreude auf sein Foto in allen Zeitungen, zieht sie aus dem Fluss. Dass die Polizei die Selbstmörderin verhaften will, um sie vor sich selbst zu schützen, gibt Elisabeth schließlich doch noch den Rest. Vor den Augen ihres ehemaligen Verlobten erliegt sie einem Schwächeanfall. Alfons resümiert das Geschehen auf seine Weise: „Du armes Menschenkind. Ich hab kein Glück."
Einen "kleinen Totentanz" nennt Ödon von Horvath die bestechend gegenwärtige Geschichte von 1932, in der eine phrasendreschende Gesellschaft ihre Paragraphen zu Tode reitet.
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