Die Live-Sendung
Premiere
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Österreichische Erstaufführung
Ist es nicht in erster Linie großes Glück, wenn ein 50-Jähriger nach mehreren Jahren der Arbeitslosigkeit endlich wieder einen Job findet? Wenn dann auch noch die Redakteure einer TV-Show anklopfen, um
seine Geschichte als Beispiel für eine mit Erfolg gekrönte, beharrliche und ausdauernde Arbeitssuche eines Langzeitarbeitslosen vorzustellen, scheint das tiefe Tal der Anerkennungslosigkeit durchschritten. Jedoch ist Pierre Delile nicht der einzige mögliche Kandidat. Auch sein Nachbar und früherer Freund und Kollege Nicolas Blache erfüllt alle Kriterien der Fernsehproduzenten. Blache, zusammen mit Delile einem Stellenabbau zum Opfer gefallen, bekleidet bereits seit einem halben Jahr eine Spitzenposition bei einem aufsteigenden Unternehmen – eine strahlende Erfolgsgeschichte. Keine Frage, zu wessen Gunsten die Suche nach der telegeneren Geschichte ausfällt. Als Blache ermordet wird, fackeln die Produzenten der TV-Show nicht lange – soll eben der weniger strahlende Delile an Stelle des Toten treten. Hat Pierre seinen Konkurrenten aus dem Weg geräumt, um die für ihn so notwendige Anerkennung zu erhalten? Im Zuge der Ermittlungen entfaltet sich ein Mikrokosmos der bürgerlichen Leistungsgesellschaft.
Vinaver verknüpft auf packende, scharfsichtige Weise Privatheit, Öffentlichkeit und Arbeitsleben. Er porträtiert die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit und die Macht der Medien. Was alle verbindet, ist die Sehnsucht nach gesellschaftlicher Anerkennung – doch die hat einen
hohen Preis. Das bereits 1988 entstandene Stück hat in Zeiten wachsender Massenarbeitslosigkeit an Aktualität noch hinzugewonnen.
Michel Vinaver wurde 1927 als Kind russischer Juden in Paris geboren und zählt zu den bedeutendsten französischen Dramatikern. Von 1953 bis 1979 war er in leitender Position als Manager für Gillette tätig. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit und seine profunde Kenntnis der Arbeitswelt spiegeln sich in einigen seiner Werke. Seine Theaterstücke erforschen
vorwiegend das kapitalistische Alltagsleben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schauspieldirektor Gerhard Willert inszeniert mit Die Live-Sendung nach Über Bord (Spielzeit 2005/06) und
Flug in die Anden (Spielzeit 2006/07) zum dritten Mal ein Stück des französischen Dramatikers Michel Vinaver am Landestheater Linz.
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Produktionsteam
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Mitwirkende
Pierre Delile
Rose Delile, seine Frau
Paul Delile, ihr Sohn
Nicolas Blache
Caroline Blache, seine Frau
Hubert Phélypeaux, Untersuchungsrichter
Estelle Belot, Gerichtsschreiberin
Béatrice Lefeuve, Fernsehjournalistin
Adèle Grandjouan, Fernsehjournalistin
Jacky Niel, freischaffende Journalistin
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