Julia ist steinreich und schon seit Kindertagen in ihren Vetter Roderich verliebt. Nur leider weilt Roderich, der ihr die Treue geschworen hatte, seit sieben Jahren in ‚Dingsda’, im fernen Asien. Und so warten Julia und ihre beste Freundin Hannchen auf den glücklichen Tag der Rückkehr Roderichs. Wenn da nur nicht der griesgrämige Vormund Onkel Josse, Tante Wilhelmine, genannt ‚Wimpel’, und Julias anderer Vormund Herr von Wildenhagen wären, die es besser wissen, wie Julia glücklich werden könnte. Josse will unbedingt seinen Neffen August Kuhbrodt als Julias künftigen Mann sehen, und Herr von Wildenhagen seinen Sohn Egon. Und alles nur wegen Julias Vermögen. Die Familie hat ihre Rechnung jedoch ohne Julia gemacht, die sich zu helfen weiß, und warten kann. Die Verwirrungen beginnen, als eines Tages ein ‚armer Wandergesell’ vor der Haustür steht und sich als Neffe von Onkel Josse und Tante Wimpel ausgibt. Julia ist sich nicht so ganz sicher, ob der Fremde wirklich ihr Roderich ist, aber Hannchen ist begeistert. Weniger begeistert ist Egon von Wildenhagen, der seine Felle davonschwimmen sieht. Mit dem plötzlichen Erscheinen des echten Roderich nimmt die Komödie ihren Lauf. Erst durch die Kraft der Erinnerung und die Macht der Liebe können die Verwirrten schließlich zwischen wahr und falsch unterscheiden.
‚Der Vetter aus Dingsda’, uraufgeführt 1921 in Berlin, gehört noch immer zu den beliebtesten Werken der Berliner Operette. Und das nicht ohne Grund: Nach den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs beschworen Eduard Künneke und seine Autoren Hermann Haller und Rideamus alias Fritz Oliven nochmals meisterhaft die Unbeschwertheit einer untergegangenen Zeit – mit all jener Leichtigkeit, dem doppelbödigen Witz und dem nostalgischen Charme, die von jeher den Reiz des Operetten-Genres ausgemacht haben.
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