Prospero, ehemaliger Herzog von Mailand, wurde von seinem Bruder Antonio mit Hilfe des Königs von Neapel entmachtet und vertrieben. Er strandete mit seiner Tochter Miranda auf einer unbewohnten Insel, verjagte mit Hilfe seiner Zauberkraft die dort herrschende Hexe Sycorax und versklavte deren animalischen Sohn Caliban. Den Luftgeist Ariel befreite er, um ihn zum treu ergebenen Untertan zu machen. Zwölf Jahre haben Prospero und Miranda in der Abgeschiedenheit verbracht, als die Flotte des Königs von Neapel, mit an Bord auch Prosperos Bruder Antonio, an der Insel vorbeisegelt. Prospero zaubert einen Sturm herbei, Ariel setzt die Schiffbrüchigen an verschiedenen Orten der Insel aus. Diese beginnen sofort sich auszubreiten, Mordkomplotte anzustiften oder versuchen, sich die Insel untertan zu machen und Prospero zu töten. Ferdinand, der Sohn des Königs von Neapel, trifft auf Miranda. Sie verlieben sich auf den ersten Blick. Doch Prospero vereitelt die verschiedenen Lebensentwürfe, Intrigen und Herzenswünsche und lässt mit Ariels Hilfe wundersame Dinge geschehen. All dies mit dem Ziel, die an seiner Vertreibung Schuldigen mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren.
Die Uraufführung von Shakespeares Stück fand 1611 am Englischen Hof statt. Es trägt im Zeitalter der ersten Kolonien trotz märchenhafter Entrücktheit Züge eines Labors, in dem sich Denkräume zwischen alter und neuer Welt, schwarzer und weisser Magie, menschlichem Machtstreben und paradiesischer Utopie eröffnen.
Christina Friedrich war nach ihrem Diplom für Schauspielregie am Ernst-Busch-Institut in Berlin Hausregisseurin am Bremer Theater. Sie bestimmte mit ihren Inszenierungen, einer differenzierten Figurengestaltung und eindringlicher Bildersprache wesentlich das Profil dieses Hauses. Zudem arbeitete sie am Staatstheater Mainz, Schauspiel Bonn, Schauspiel Hannover und am Maxim Gorki Theater in Berlin sowie in Japan und Israel. Daneben hatte sie eine Gastprofessur für Schauspielregie an der Hochschule «Ernst Busch» inne.
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