DIE SCHWÄNE VOM SCHLACHTHOF

Festivalbeitrag

Datum:
19.11.2009 
Institution:

Ballhaus Naunynstraße
Location:
Ballhaus Naunynstraße
Ort:
Berlin
 (Berlin)
, Deutschland
Hauptevent:
BEYOND BELONGING: TRANSLOKAL
Um für diesen Event Mediendateien zuzuordnen, melden Sie sich bitte als Institution "Ballhaus Naunynstraße" an.

Kooperationspartner Kritiken Produktionsteam Mitwirkende Sponsoren

Kooperationspartner

Produktion

Kritiken

Möchten Sie für diesen Event eine Kritik schreiben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@arture.eu.


Kritik von Mignon Gräsle

Die Darsteller bewegen sich in einem weißen, schrägen, in der Tiefe zusammen laufenden Kasten. An den Seiten Einstiegsluken, und statt einer Rückwand ein knapp bemessenes Einstiegsviereck, so dass die von hinten auftretenden Personen sich zunächst ducken müssen – Eingeklemmtheit symbolisierend.
Es beginnt mit dem sich allein im Kasten befindenden, seine Einsamkeit zelebrierenden Hendrik Arnst. Vier Köpfe blicken im Quadrat in den Kasten und fragen: was ist das Gegenteil von Liebe? „Hass“ antwortet er! „Falsch!“, tönt es: „Gleichgültigkeit ist das Gegenteil von Liebe.“ Also die völlige Gefühllosigkeit! Stimmt! Hass wäre ein leidenschaftliches Gefühl!
Leben in Berlin vor und nach der Mauer, eingerahmt von der im Raum schwebenden Trauer um einen kleinen Jungen, Jeremy, der im Grenzgewässer ertrank. Eine bunte Türkengöre erzählt von ihm, und ihrer kleinen Westberliner Kiez-Grenz-Welt, es gab Jeremy irgendwie, und weiße Turnschuhe, lang ist es her.
Allerhand Figuren treten auf, eine junge türkische Frau mit einem brutal-zärtlichen Typen. Sie erzählt von ihrer Landung zum Studium in der DDR. Wie sie lernte über bestimmte Themen nicht zu sprechen, und mit komischen Aufträgen kalt gestellt wurde, und wie sie merkt dass die Entwicklung an ihr vorbei geht. Nach der Wende hat sie Schwierigkeiten einen Job zu finden, wegen ihrem Lebenslauf.
Ho Ho Ho Chi Minh mit türkischem Text, und Bella Ciao, Bella Ciao Ciao Ciao von der Gruppe gesungen erinnert an ganz entferntes Bekanntes.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Blauäugige Ossis finden alles toll im ungehindert zu betretenden Westen.
Das nächste Pärchen tritt in Erscheinung: Ossifrau heiratet Türken, dessen Eltern gar nichts mitbestimmen wollen, und langweilt ihren Mann mit übereifrigem Türkentum. Die Kehrtwendung folgt: Sie tanzt Lambada, und ihr türkischer Mann wird ihr zu langweilig!
Pärchen Nr.3, ein zwangsweise von den Eltern zusammen gefügtes, unschuldiges junges türkisches Paar, das sich trotzdem liebt, und dank Wende zu großspurigen, geldverwöhnten Geschäftsleuten wird, sich gegenseitig kränkend und auch wieder liebend.
Am Ende meint Hendrik Arnst als Jeremy, er hätte ganz gerne noch ein wenig gelebt. Er zieht eine Spieluhr auf. Eine stecken gebliebene, abgebrochene, sich wiederholende Sentenz aus „Schwanensee“ von Tschaikowsky, erklingt.

Produktionsteam

Dramaturgie
Produktion
Regieassistenz
Ausstattungsassistenz
alles anzeigen

Mitwirkende

Mitwirkend
Mitwirkend
Mitwirkend
Mitwirkend
Mitwirkend

Sponsoren

Gefördert durch

Webseite

Event-URL: www.ballhausnaunynstrasse.de/index.php?i ...  (23.11.2009)
Presseseite  |   AGB  |   Kontakt  |   Impressum  |   Leistungen  |   Finde Events  |   Finde Institutionen  |   Finde Personen  |  

Sie lesen gerade: DIE SCHWÄNE VOM SCHLACHTHOF, Berlin, Ballhaus Naunynstraße, 19.11.2009: Event