Komödie in fünf Akten
Alceste hasst und verachtet die Welt, in der er lebt: Überall sieht er Lüge, Selbstsucht und Verstellung. Einen Menschen gibt es allerdings, den Alceste liebt, die schöne Célimène, obwohl ihn ihr Kokettieren mit anderen Männern in tiefe Verzweiflung treibt. Es ist eine lächerliche Welt, die Molière zeichnet, Schein bedeutet mehr als Sein, angebliche Freunde fallen sich in den Rücken. Auch Alceste ist lächerlich in der Maßlosigkeit und Inkonsequenz seiner Ansprüche. ?Wir sind komisch! Wir können uns verletzen, verraten, massakrieren, uns mit scheinbarer Größe aufblasen: wir sind komisch. Mögen die langweiligen Philosophen der Verzweiflung, die ein wenig naiv immer wieder das Schreckliche der menschlichen Existenz entdecken und uns daran hindern möchten, uns im Theater zu amüsieren, sich in das Unabänderliche fügen: wir sind komisch! Und das ist letzten Endes noch schrecklicher als die grauenvollen Schilderungen unseres Nichts. Dank Molière lacht man, wie die Männer im Krieg lachen ? die Füße im Dreck, die warme Suppe im Bauch und die Waffe in der Hand ? lacht über unser Elend und unser Entsetzen. Wir danken Ihnen dafür, Molière!? (Jean Anouilh)
Karin Henkel, 1970 in Köln geboren, inszeniert seit den 90er Jahren an vielen wichtigen deutschsprachigen Theatern, zuletzt am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Schauspiel Stuttgart. Im März 2006 wird sie mit dem Caroline Neuber-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Ihre Stuttgarter »Platonow« Inszenierung wird im gleichen Jahr zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Dieses Jahr ist Karin Henkel für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2007 nominiert.
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