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Opera in 4 Akten
nach einem Szenarium von Auguste Mariette
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
»Aida« ist der ultimative Triumph der Oper über die Wirklichkeit. Gewalt, Krieg, Religion, Tod unterliegen der Kraft der Musik. Das ewige Thema Verdis, der Konflikt zwischen den intimsten Gefühlen des Einzelnen und den Normen der Gesellschaft, ist hier auf die Spitze getrieben. Denn wie in einer katholischen Messe reiht Verdis ägyptomanische »Aida« Ritual an Ritual und erzählt doch mittendrin von leidenschaftlicher Liebe: Die äthiopische Prinzessin AIDA, im feindlichen Ägypten zur Sklavin gemacht, liebt den ägyptischen Heerführer RADAMES – eine durch den Krieg beider Völker unmögliche Liebe, die im gemeinsamen Liebestod ihre operngerechte Erlösung findet. Nur die Gegenspielerin AIDAS, die ägyptische Prinzessin AMNERIS, hofft wohl als einzige noch auf die reale Erfüllung ihrer Sehnsüchte. Doch auch sie muss am Ende verbittert vor der Macht von Staat und Religion kapitulieren.Verdis mitten im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 für die Oper in Kairo geschriebene »Aida« findet im Filmstudio in Köln-Ossendorf einen wie maßgeschneiderten Spielort. Die Inszenierung von Johannes Erath, der mit Glucks »Orfeo ed Euridice« im September 2009 an der Kölner Oper einen von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeierten Erfolg erzielte, wird den Antagonismus in Verdis Aida – die im feierlichen Ritual zelebrierte Macht im Widerspruch zur empathisch ausgedrückten Leidenschaft – nutzen, um die Geschichte aus dem Alten Ägypten stoffgetreu in heutiger Lesart zu erzählen. Das wird durch das Bühnenbild von Kaspar Glarner, das an die überdimensional wirkende Architektur des Filmstudios als Spielort anschließt, ebenso unterstützt wie durch die expressiv ausdeutende Kostümgestaltung des nicht nur als Modedesigner berühmten Christian Lacroix.
Die Schlussworte der Amneris, nachdem sie die Priester verflucht hat und Aida und Radames sich den gemeinsamen Tod zur Vision einer Himmelfahrt gemacht haben, formulieren so die Utopie einer den Menschen wohl gesinnten Gottesmacht: »Pace t'imploro, salma adorata / Isis placata ti schiuda il ciel!« – »Frieden erflehe ich für dich, geliebter Leichnam / Die versöhnte Isis öffne dir den Himmel!«
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