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Was wäre die Oper ohne Liebe? Sie würde ihres ewigen Themas, ihres Kerngehalts beraubt sein. Die beiden Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts »LA VOIX HUMAINE« und »HERZOG BLAUBARTS BURG« an einem Abend nebeneinander gestellt, beleuchten den geheimnisvollsten aller Zustände auf subtile und faszinierende Art – und in beiden Fällen ist die weibliche Perspektive ins Zentrum gerückt.
eharrlich und unter Ausblendung aller warnenden Signale dringt JUDITH, die Frauenfigur in »HERZOG BLAUBARTS BURG«, in das Innere der Welt des Geliebten. Dessen Burg ist lebendig – sie ist Seele und Bewusstsein eines männlichen Ichs, siebenfach durch Türen verschlossen. Licht und Liebe will die Frau einbringen, doch am Ende ihres Forschens steht die ewige Nacht. Wie schon die Frauen vor ihr kann auch JUDITH nur zu einer bloßen Erinnerung in einem fremden Kosmos werden.
Béla Bartóks 1918 in Budapest uraufgeführtes Werk transponiert das Märchen um BLAUBART in einen symbolisch besetzten Kontext, in dem sich das Wissen um Erkenntnisse der modernen Psychoanalyse sublimiert. Das Öffnen der sieben Türen, als das Eindringen in die verschiedenen Bezirke von BLAUBARTS Seele, erschließt musikalische Bilder von hinreißender Farbigkeit und Ausdrucksstärke.
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